Die Katastrophenforschungsstelle

Die Katastrophenforschungsstelle (KFS) existiert seit 1987 als formelle Einrichtung. Die Initiative zur Erforschung des anthropogenen Faktors bei Katastrophen und Großunfällen gab 1971 der Ausschuß VIII (heute Ausschuß VI) der 1951 gegründeten Schutzkommission beim Bundesminister des Innern. Die Berufung von Prof. Dr. Lars Clausen zum Mitglied der Schutzkommission führte 1972 zu einer ersten Forschungsassistentur “Katastrophen- Soziologie” am Institut für Soziologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Aufgabe bestand vor allem darin, den lange Zeit vernachlässigten menschlichen Faktor bei der Entstehung, dem Ablauf und der Bewältigung von Katastrophen, Stör- und Unfällen zu erforschen und wissenschaftlich fundierte Ratschläge für die Verbesserung des Katastrophenschutzes und der Katastrophenprävention zu erarbeiten. Weitere Aufgaben traten alsbald hinzu: Übungsbegutachtungen, Fachberatungen, Lehr- und Vortragstätigkeiten. Durch die Einwerbung zusätzlicher Drittmittel (DFG, Wirtschaft) konnten weitere kurz- und mittelfristige Projekte zu spezifischen Einzelaspekten von Katastrophenabläufen durchgeführt werden (z.B. Ernährungsvorsorge, Wassersicherstellung, Erdbebenwarnung, Verhalten bei Bränden, Warnreaktionen). Das Land Schleswig-Holstein wertete 1991 die KFS, die sich bis dahin überwiegend aus Drittmitteln finanzierte, durch die Einrichtung einer im Landeshaushalt verankerten Planstelle auf. Aus der anfänglichen Forschungsassistentur wurde eine katastrophensoziologische, interdisziplinär arbeitende Spezialeinrichtung, die in der Bundesrepublik Deutschland einmalig ist.

Am 29. Februar 2012 endete das letzte Forschungsprojekt der KFS an der CAU Kiel. Der Bericht liegt als KFS-Publikation Nr. 12 vor.

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